Produktivitätskiller Wochenende
Einen wunderschönen guten Abend euch allen,
Wie ihr sicherlich bemerkt habt, sind die letzten Tage meine Blogs ausgeblieben, was nicht nur daran lag, dass es nichts weltbewegendes zu berichten gab, sondern daran, dass ich einfach nicht in der Lage dazu war, genug Zeit für das Schreiben aufzubringen. Mein Wochenende war zwar auf sachlicher Ebene vollkommen unproduktiv. Was ich im Endeffekt erreicht habe? Ich habe sehr viel geschlafen, sehr viel getrunken, sehr viel gegessen und sehr viel FIFA gespielt? Bereue ich meine Unproduktivität?
Vor einigen Monaten hätte ich mich dumm geärgert, so viel Zeit ''verschwendet'' zu haben. Um aber ehrlich zu sein habe ich an diesem Wochenende sehr viel qualitativ hochwertige Zeit mit den Menschen verbracht, die mir wichtig sind, was mich zum Einen sehr gut unterhalten hat, meine Beziehungen vertieft hat und die ein oder andere gedankliche Veränderung in mein Leben gebracht hat. Darüber hinaus bringt mich eine unproduktive kurze Zeit immer dazu, danach noch produktiver sein zu wollen. Ich kann also mit neuem Elan in die Woche starten und mir die Dinge, die ich mir vornehme zu Herzen nehmen und durchziehen. Die Natur funktioniert im Grunde genommen nicht anders. Alles hat einen An und einen Aus- Modus, wie elektronische Geräte. Bäume zum Beispiel tragen im Sommer Blätter, produzieren Sauerstoff, saugen Wasser aus dem Boden. Im Winter jedoch sind sie quasi ausgeschaltet. Menschen sind am Tag wach und schlafen in der Nacht. Mäuse anders herum. Bären sind im Sommer sehr aktiv und schlafen im Winter und so weiter und so weiter. Menschen haben Zeiten in denen ihre Produktivität sehr hoch ist, gefolgt von Zeiten in denen sie sehr niedrig ist, dafür dann aber das Sozialleben sehr stark ist, oder die Hobbyfreude, Kochfreude, oder sonstiges. Im Endeffekt gibt es nahezu keine Eigenschaft, die andauernd angeschalten ist. Das Leben besteht aus Phasen unterschiedlicher Schwerpunkte und es gilt, sich hiervon nicht verunsichern zu lassen, sondern das Leben so zu nehmen, wie es kommt, seine Gefühlsneigungen zu akzeptieren und die guten Seiten daran zu sehen. In meinem Fall den sehr großen mit Menschen die ich liebe verbrachten Zeitraum trotz fehlender Produktivität.
Im Leben gibt es meiner Ideologie nach keine Zufälle.
Jede Begegnung, jede Handlung, jedes Ereignis, jede Trennung, jeder Verlust, jeder Gewinn hat eine Bedeutung und einen Grund. Es gibt Zeiten, in denen alles stagniert, Überhand zu nehmen scheint, gefolgt von Zeiten, in denen sich alles richtig und wie am Schnürchen gezogen anfühlt. Entscheidend ist, wie man mit den Hindernissen, die einem das Leben in den Weg legt umgeht. Ich gehe einen geraden Weg, auf den ein riesiger Fels rollt. Ich befinde mich gerade in einer Schlucht. Ich weiß, dass der Weg dorthin führt, wo ich unbedingt hinwill, doch nun scheint der Weg mir versperrt zu sein. Nun kann ich stehen bleiben und verhungern, den Weg zurückgehen in dem Wissen, dass ich dort ankomme, wo ich herkomme, was aber keine positive Veränderung mit sich bringt, oder ich versuche alles in meiner Macht stehende, um an mein Ziel zu kommen, auch wenn ich dafür das Klettern lernen muss. Wer weiß, was er will sollte meiner Meinung nach sein Ziel verfolgen und sich nicht von Rückschlägen, egal wie groß diese sind zurückhalten lassen, auch wenn sie noch so überwältigend scheinen. Rückschläge und Auftrieb gehören genau so zum Leben, wie An und Aus in der Natur. Im Endeffekt läuft das Leben wie die Börse. Krisen werden von Höhepunkten gefolgt, doch im Endeffekt werden zukünftige Tiefpunkte irgendwann höher angesetzt sein als vergangene Höhepunkte. So, wie die Wirtschaft immer weiter steigt, wovon man als Anleger langfristig profitieren kann wird auch das Leben immer lebenswerter, wenn man nicht aufgibt und immer am Ball bleibt und sich von Rückschlägen nicht auf den Boden zwingen lässt, sondern wieder aufsteht und sich sein Leben nach den eigenen Vorstellungen modelliert, am Besten mit Hilfe derer, die man liebt und ohne die Menschen, oder Dinge, die einen daran behindern.